Schloss Mochental bei Ehingen-Ulm

Die Galerie

Die Galerie Ewald Karl Schrade, Schloss Mochental, ist ein in Deutschland einzigartiges Zentrum für Malerei und Skulptur von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart. Dies gilt nicht nur für die Dimension der Ausstellungs-Fläche von 2.500 Quadratmetern, sondern auch für die außerordentliche Schönheit der barocken Schloss-Architektur und ihrer landschaftlichen Umgebung.

Hier konzentrieren sich über drei Jahrzehnte Erfahrungen der Galerie Schrade, die in diesen Jahren rund 400 Künstlerinnen und Künstler in unzähligen Ausstellungen mit nachhaltigem Erfolg präsentierte.

1971
Gründung der Galerie Schrade in Reutlingen
1973
Eröffnung der "Schlosshof-Galerie" in Kißlegg
1980 - 1997
Galerie-Dependance in Lindau
1985
Umzug der Galerie nach Schloss Mochental
1999
Einrichtung einer Galerie-Dependance in Karlsruhe

Seit 2004
fungiert Ewald Karl Schrade auch als Kurator und Projektleiter der Kunstmesse "art Karlsruhe".

Nach der aufwändigen Renovierung, die von der Galerie Schrade privat finanziert wurde, zog 1985 die moderne Kunst in das Barock-Schloss Mochental ein, das im Mittelalter Burg der Grafen von Mochental und bis 1802 Residenz der Äbte des Klosters Zwiefalten war.

Das imposante Bauwerk, dessen äußere und innere Dimension in früheren Jahrhunderten die gesellschaftliche Bedeutung seiner Bewohner repräsentierte, signalisiert heute eindrucksvoll die Bedeutung, die der Galerist den Werken der modernen Kunst zumisst.

"Kunst ist meine Leidenschaft und Qualität mein Programm", so formuliert Ewald Karl Schrade Motiv und Maxime seiner Tätigkeit. Als Schwerpunkt seines Galerie-Konzepts sieht er die Pflege der Verbindungen von regional verwurzelter, überregional arrivierter und weltweit anerkannter Kunst.

 

Thematische  Ausstellungen

Ein besonderer Schwerpunkt des Galerie-Konzepts sind die großen thematischen Ausstellungen mit international bedeutenden Künstlern, die seit 1977 immer wieder im Programm zu finden sind. Sie stehen exemplarisch für die Ziel-setzung der Galerie Schrade, einerseits für Kenner einen kunstgeschichtlichen Beitrag von höchster Qualität zu leisten und andererseits auch Betrachtern ohne besondere Vorkenntnisse Wege zur Faszination der modernen Kunst zu öffnen.

Beispiele für Themen, zu denen in den vergangenen Jahren Ausstellungen erarbeitet wurden und die auf ein sehr breites Interesse stießen, sind:

"Stillleben im 20. Jahrhundert, "Amerikanische Malerei", "Mensch und Tier in der Kunst des 20. Jahrhunderts", "Meister der Abstraktion",  "Abstraktion und Figuration", "Köpfe und Porträts", "Lyrische Abstraktion".

Auch der akademische Zyklus "Professoren und ihre ehemaligen Meister-Schüler" mit Werken von Lothar Fischer, Günther Förg, Klaus Fußmann, Harry Kögler, Dieter Krieg, Jürgen Reipka und anderen, erfreute sich einer starken Besucher-Resonanz.

Die Fortsetzung dieser erfolgreichen Ausstellungs-Reihe zu ausgewählten Themen ist ein wichtiges Anliegen der Galerie Schloss Mochental.

 

Schloss Mochental

Ein Schloss für die moderne Kunst - und mehr

Schloss Mochental, das von Menschenhand geschaffene Meisterwerk, ruht als ein weithin sichtbarer und spürbarer Akzent in der Schönheit der Landschaft, die von der Schwäbischen Alb zum Donautal hin abfällt.

Für jeden Tag des Jahres hat Schloss Mochental ein Fenster, so lernen es die Kinder hier in der Schule. Durch diese 365 Fenster, die der strengen Geometrie der Fassade eine filigrane Gliederung verleihen, scheint das mächtige Gebäude auf Land und Leute hinaus zu blicken und sie gleichzeitig dazu einzuladen, einen Blick auf sein reichhaltiges Innenleben zu werfen:Auf die beeindruckende Verbindung, die die barocke Raumgestaltung mit der Kunst der Moderne eingeht.

Aber auch für andere Verbindungen ist auf Schloss Mochental gesorgt:Besucher können sich hier im Kosmos der modernen künstlerischen Abstraktion bewegen, ohne den Bezug zur Welt der konkreten Alltags-Kultur zu verlieren. "Die Galerie Schloss Mochental soll ein lebendiger Organismus sein", wünscht sich Ewald Karl Schrade.

Nach der Besichtigung der Ausstellungen bietet das freundliche Schloss-Cafe - in den Innenräumen oder auf der Terrasse mit dem herrlichen Ausblick - die Möglichkeit zur "Rekreation", wie sie einst auch von den Zwiefaltener Äbten hier genutzt wurde.

Im weltweit ersten Besenmuseum findet sich eine erstaunlich vielfältige, heitere Sammlung von diesen Haushaltsgeräten, die sich durch die Eigenart ihrer mysthisch-praktischen Doppelnatur auszeichnen.

Ein Tagesausflug nach Schloss Mochental lohnt sich immer. Besonders gut beraten ist aber, wer sich darüber hinaus die Zeit für einen Ausflug in die Umgebung nimmt, um zu erleben, dass Schloss Mochental nicht nur ein vereinzelter Glanzpunkt ist, sondern ein besonderes Juwel in einer Region darstellt, die an Kunst und Kultur so reich ist, wie an landschaftlicher Vielfalt.

 

Kultur- und Naturregion

Seit Tausenden von Jahren haben Menschen diese reizvolle, vielgestaltige Landschaft zwischen Donau, Bodensee und Iller als Siedlungsgebiet besonders geschätzt und in allen Zeitepochen haben sie hier bewundernswerte Kultur-Leistungen hervorgebracht. Rund um Schloss Mochental gibt es dafür Zeugnisse in Fülle - hier nur einige wenige Beispiele:
In Steinhausen an der oberschwäbischen Barockstraße steht die "schönste barocke Dorfkirche der Welt", die von den Gebrüdern Zimmermann geschaffen wurde.
Schloss Neufra hat die Besonderheit eines hängenden Renaissance-Gartens, das Kloster Heiligkreuztal ein gotisches Münster, zu bieten.
Von mittelalterlichen Kloster-Anlagen, wie etwa in Blaubeuren, kann man den Weg der Geschichte zurückverfolgen bis zum keltischen Fürstensitz Heuneburg und von den archäologischen Museen am Federsee bis hin zur erdgeschichtlichen Faszination der Höhlen im Untergrund der Schwäbischen Alb.
Einen einzigartigen Überblick über diese Vielfalt, der - bei günstigem Wetter - bis zum Alpenpanorama reicht,  bietet ein Rundblick vom Bussen, dem "heiligen Berg" von Oberschwaben.

 

Besen-Museum
 
Schloss Mochental beherbergt das weltweit erste Besen-
Museum!
Vom Allgäuer Stuben-Besen bis zum kenianischen Affenschwanz-Besen, vom Kaminkehrer-Besen bis zum perlenbestickten Tisch-Besen reichen die vielgestaltigen Erscheinungsformen dieses Alltags-Handwerkzeugs.
Über den konkreten Zweck hinaus verweisen die Exponate aber auch auf die geheimnisvolle Doppel-Natur des Besens:
Einerseits auf das fügsame Instrument, das über Arm und Hand den Willen seines menschlichen Besitzers verlängert und andererseits auf das mysthisch-magische Wesen, dessen Eigenwilligkeit zu bändigen der jeweilige Benutzer erst mühsam erlernen muss.
Und - mit einem Augenzwinkern - mag damit auch eine kulturgeschichtliche Hypothese formuliert sein, die eine durchgängige verwandtschaftliche Linie vom steinzeitlichen Höhlen-Besen, über den zauberkräftigen Hexenbesen bis hin zu den haarigen und borstigen (ebenso fügsamen wie eigenwilligen) Künstler-Pinseln zieht.

 

Schloss-Café:
 
Kunst lebt von der Inspiration und für die Kommunikation; beides bedarf der Anregung, beides bietet das Schloss-Café:
Anregende Ruhe und Erholung, wenn sich nach längeren Gedanken-Flügen das Gesetz der körperlichen Schwerkraft bemerkbar macht und Möglichkeiten der Begegnung - zwischen den Künstlern und ihrem Publikum und dem Publikum und seinen Künstlern.

 

Geschichte


Um 1000
Eine Burg mit Kapelle ist Sitz der Grafen von Mochental

1049
Papst Leo IX. weiht die Nikolaus-Kapelle in Mochental

1192
Graf Ulrich I. von Berg schenkt Burg und Kapelle Mochental an das Kloster Zwiefalten; Mochental
wird eine Propstei

1430
Weihe einer neuen Kapelle in Mochental

Mitte 16. bis Mitte 17. Jahrhundert die Propstei, die anstelle der fast zerfallenen Burg gebaut wurde, sowie die Nikolaus-Kapelle erfahren mehrfache Erneuerungen und Erweiterungen.

1730
Brand des Hauptgebäudes der Propstei Mochental

1730 - 1733
Unter Abt Augustin erbauen Joseph und Hans Martin Schneider das Schloss Mochental in seiner heutigen Gestalt

1734
Franz Josef Spiegler malt in der Nikolaus-Kapelle die Bilder aus dem Leben des heiligen Nikolaus

1737
Ignaz Wegscheider aus Riedlingen malt im Hubertussaal ein orientalisches Festmahl und die Büsten von Apollo, Flora, Janus und Bacchus

1802
Durch die Säkularisation fällt das Kloster Zwiefalten und die Propstei Mochental an Württemberg

1816
Der letzte Zwiefaltener Abt stirbt auf Schloss Mochental

1822 - 1976
Verschiedene Nutzungen des Schlosses als Forstamt, Arbeitsdienst-Unterkunft, Verwaltungssitz der französischen Militärregierung sowie als Internatsschule

1985
Nach einer vollständigen, privat finanzierten Innen-Renovierung wird die Galerie Schloss Mochental, eröffnet

© FrischeWelt GmbH, 2007